Über den Klang
und das Gehäuse der Orgel
Jede Pfeifenreihe (Register) hat ihre besondere Klangfarbe und umfasst grosse tiefklingende und kleine hochklingende Pfeifen. Nach dem Material der Pfeifen unterscheidet man Holz- und Metall-Pfeifen. Nach der Art der physikalischen Tonerzeugung bezeichnet man sie als Lippen- und Zungenpfeifen (Labial- und Lingual-Pfeifen).
Eine kleine Orgel umfasst 10 bis 15, eine mittlere Orgel 15 bis 40 und eine grosse Orgel 40 bis über 100 Register und entsprechend mehrere Hundert bis mehrere Tausend Pfeifen.
Die Masse der Pfeifen (Mensuren) erstrecken sich von 5 mm bis über 10 m Länge und 3 mm bis 60 cm Durchmesser.
 
Die SpieltrakturDie Verbindungen zwischen den Tasten von Manualen sowie Pedalen und den Tonventilen vor den Pfeifen nennt man Spieltraktur oder Tonsteuerung. Die Verbindung zwischen den Registerzügen beim Spieltisch und den Registerventilen nennt man Registermechanik bzw. Registertraktur.
 
Die Übertragung der Bewegungen geschah früher auf mechanische Weise mit Hebeln, Wellen usw. Um 1900 wurde diese Übermittlung pneumatisch durchgeführt und im Laufe des 20. Jahrhunderts durch elektrische Verbindungen ersetzt. Heute hat sich bei der Spieltraktur das mechanische Prinzip weitgehend durchgesetzt, weil es für den Spieler das sensibelste und direkteste System ist. Bei der Registertraktur wird das mechanische oder das elektrische Prinzip angewendet.
 
Die Übermittlung mittels Druckluft (pneumatisch), wurde um 1900 im Orgelbau eingesetzt. Der Orgelbauer muss alle diese Systeme kennen für die Wartung und Restaurierung älterer Instrumente.
 
Das GeblseDas Gebläse erzeugt einen gleichmässigen Luftstrom, der über die Windlade in die Pfeifen strömt und dort Töne hervorbringt. Der Luftstrom wurde früher durch spezielle Bälge erzeugt, die sich, ausgehend vom einfachen Schmiedebalg, im Laufe der Jahrhunderte zu hoher Vollkommenheit entwickelten. Heute werden durchwegs Elektroventilatoren verwendet, die Druckausgleichs-Bälge speisen.
 
 
Das GehuseDas hölzerne Gehäuse ist Gerüst für die Orgelteile und zugleich Umkleidung.
 

 
Der ProspektAls Prospekt der Orgel, als Gesicht wird die Schauseite bezeichnet. Der Prospekt präsentiert sich oft grossartig, festlich und wird beherrscht von den prächtigen Prinzipalpfeifen. Bei älteren Orgeln ist er meist reich verziert und bemalt.
 
    - Der Organist und sein Instrument
- Die Windladen
- Klang und Gehäuse
 
 
© 1999, Gesellschaft Schweizerischer Orgelbaufirmen (GSO)
CH - 8001 Zürich. Alle Rechte vorbehalten